Erck der Herrscher der Hollen,

hat nun seinen Platz gefunden, von wo aus er sein Reich, die Ederberge, den Schlossberg und die Burg Waldeck, gut im Auge hat.
Vor über tausend Jahren schloss der Erbauer der Burg Waldeck mit den Hollen, dem Zwergenvolk der Ederberge, einen Vertrag. Er sicherte Erck, dem mächtigen Herrscher der Hollen, die Bergestiefen unter seinem Schloss für alle Zeiten zu sicherem Besitz zu. Dagegen verpflichtete sich der Zwergenherrscher die Burg so felsenfest zu erbauen, dass das Schloss niemals fallen könne. Zugleich gelobte Erck, in seinem Reiche nach Kräften alles Recht zu hüten und alles Unrecht zu sühnen.
Der Treuestein, unter dessen Last der Sage nach der letzte Schlossherr begraben ist, dient noch heute als Versammloungsort der Zwerge. Beim Heimgang eines waldeckischen Grafen oder Fürsten schlägt Erck mit seinem goldenen Hammer dreimal auf den Felsen. Zahllose Lichtchen blitzen auf, wie Glühwürmchen, die im Funkenflug durch die Sommernächte schwärmen und schwirren. Es sind die Leuchten der Hollen, die von allen Bergen her Schloss Waldeck zueilen, um ihrem seligen Herrn das Totenamt zu halten. Danach schwören die Hollen, dem Arolser Schlosse hingewandt, ihrem neuen Herrn den Treueeid.
Mit drei Hammerschlägen auf den Felsen wird der Bergfriede erneut besiegelt und die Hollen verschwinden wie immer schwächer leuchtende Glühwürmchen in den Ederbergen.

Diese Aufnahme entstand am 31.12.2014 in der Nähe der Burg Waldeck. Der von mir veröffentlichte Text ist neben dem Hollenherscher auf einer Tafel zu finden.